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Begegnungen mit interessanten und berührenden Menschen und immer wieder neue Einsichten und Gedanken jenseits des Tagesjournalismus.

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Paul Yillia, Wasser- und Energieexperte aus Sierra Leone - deutsche Fassung

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Episoden

Paul Yillia, Wasser- und Energieexperte aus Sierra Leone - deutsche Fassung 30 Oct 2026

Paul Yillia hat 25 Jahre Erfahrung in der Wissenschaft gesammelt, bevor er vor fünf Jahren ins sein afrikanisches Geburtsland Sierra Leone zurückging. In eines der ärmsten Länder der Welt. Er konnte mit einem Stipendienprogramm in Österreich studieren, promovierte an der TU Wien, leitete eine Arbeitsgruppe am International Institute for Applied System Analysis – der IIASA in Laxenburg bei Wien – und war in der Beratungsgruppe „Sustainable Energy for All“ für UN-Generalsekretär Ban Ki-moon tätig. Paul Yillia, dessen Vater Jahrzehnte lang in einer Diamantenmine arbeitete und so den Kindern eine Schulausbildung finanzieren konnte, ging als renommierter Forscher in sein Land zurück, um die Organisation TENN - The Energy Nexus Network – zu gründen. TENN elektrifiziert mit Hilfe von Solar ländliche Dörfer, ermöglicht sauberes Trinkwasser durch Pumpsysteme, leitet Strom in Gesundheitseinrichtungen. Adreas Obrecht hat mit ihm gesprochen.

Paul Yillia, Wasser- und Energieexperte aus Sierra Leone - Originalversion 30 Oct 2026

Paul Yillia hat 25 Jahre Erfahrung in der Wissenschaft gesammelt, bevor er vor fünf Jahren ins sein afrikanisches Geburtsland Sierra Leone zurückging. In eines der ärmsten Länder der Welt. Er konnte mit einem Stipendienprogramm in Österreich studieren, promovierte an der TU Wien, leitete eine Arbeitsgruppe am International Institute for Applied System Analysis – der IIASA in Laxenburg bei Wien – und war in der Beratungsgruppe „Sustainable Energy for All“ für UN-Generalsekretär Ban Ki-moon tätig. Paul Yillia, dessen Vater Jahrzehnte lang in einer Diamantenmine arbeitete und so den Kindern eine Schulausbildung finanzieren konnte, ging als renommierter Forscher in sein Land zurück, um die Organisation TENN - The Energy Nexus Network – zu gründen. TENN elektrifiziert mit Hilfe von Solar ländliche Dörfer, ermöglicht sauberes Trinkwasser durch Pumpsysteme, leitet Strom in Gesundheitseinrichtungen. Andreas Obrecht hat mit ihm gesprochen.

Patrick Swanson, Journalist und KI-Experte 23 Oct 2026

Selbstfahrende Taxis gehören ebenso zu seinem Alltag wie KI-Agenten, die seine E-Mails lesen und Antworten vorschlagen: Patrick Swanson ist Journalist und einer der führenden KI-Experten im deutschsprachigen Raum. Aufgewachsen ist er, selbst Halb-Amerikaner, Halb-Tiroler, in St. Anton am Arlberg. Nach dem Politikwissenschaftsstudium in Innsbruck wird er Praktikant bei der Zeit im Bild und baut dort über zehn Jahre lang die reichweitenstärkste Social-Media-Redaktion des Landes auf – bis Ende 2022 ChatGPT erscheint und einen der größten Umbrüche unserer Zeit einläutet. Im Jahr darauf geht Swanson für ein Journalismus-Fellowship an die Stanford University. Heute lebt er in San Francisco und berät mit seiner Firma Verso Medienhäuser in Europa und den USA im Umgang mit KI. Ambra Schuster hat mit ihm über das Leben im Silicon Valley gesprochen, über das Aufgemischtwerden der Wirtschaft durch eine Handvoll Tech-Firmen und darüber, wo die KI an ihre Grenzen stößt.

Maria Kalesnikava, Flötistin und Bürgerrechtlerin aus Belarus 16 Oct 2026

Als Sicherheitskräfte versuchten, sie 2020 gegen ihren Willen aus Belarus abzuschieben, zerriss die Bürgerrechtlerin an der ukrainischen Grenze ihren Pass – eine Aktion, die weltweit zum Symbol des Widerstands wurde. Kurz darauf wurde sie verhaftet und in einem Scheinprozess zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Nach fünf Jahren Haft, zweieinhalb davon in Einzelhaft, kam die Flötistin Maria Kalesnikava überraschend frei – es war das Ergebnis diplomatischer Verhandlungen, an denen die US-Regierung beteiligt war. Heute lebt die 1982 in Minsk geborene Maria Kalesnikava im Exil, setzt sich jedoch weiterhin für Freiheit, Menschenrechte und Demokratie in ihrer Heimat ein und erinnert an das Schicksal der zahlreichen weiteren politischen Gefangenen in Belarus. Vergangene Woche trat die Flötistin beim ORF Musikprotokoll in Graz im Rahmen des Steirischen Herbst auf, zusammen mit dem Radiosymphonieorchester. Marlene Nowotny hat Maria Kalesnikava dort im Proberaum der Kunstuniversität getroffen.

Susanne Weigelin-Schwiedrzik - Langfassung 09 Oct 2026

Bis zum Jahr 2049, dem 100. Geburtstag der Volksrepublik China, will Staatschef Xi Jinping den "chinesischen Traum" verwirklichen und sein Land zur führenden Weltmacht des 21. Jahrhunderts machen. Doch das wirtschaftliche Erfolgsmodell ist fragiler als es scheint. Und politisch ist auch das moderne China eine brutale Diktatur. Wie stabil ist dieses System? Wie wahrscheinlich ist ein Krieg um Taiwan? Und was sind unsere größten Irrtümer über China? Über all das hat Armin Wolf mit einer der besten deutschsprachigen Kennerinnen des Landes gesprochen: mit Susanne Weigelin-Schwiedrzik. Sie war fast 20 Jahre lang Professorin für Sinologie an der Universität Wien und hat dieser Tage eine aktualisierte Neuauflage ihres Bestsellers "China und die Neuordnung der Welt" im Brandstätter Verlag veröffentlicht.

Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Sinologin 09 Oct 2026

Bis zum Jahr 2049, dem 100. Geburtstag der Volksrepublik China, will Staatschef Xi Jinping den "chinesischen Traum" verwirklichen und sein Land zur führenden Weltmacht des 21. Jahrhunderts machen. Doch das wirtschaftliche Erfolgsmodell ist fragiler als es scheint. Und politisch ist auch das moderne China eine brutale Diktatur. Wie stabil ist dieses System? Wie wahrscheinlich ist ein Krieg um Taiwan? Und was sind unsere größten Irrtümer über China? Über all das hat Armin Wolf mit einer der besten deutschsprachigen Kennerinnen des Landes gesprochen: mit Susanne Weigelin-Schwiedrzik. Sie war fast 20 Jahre lang Professorin für Sinologie an der Universität Wien und hat dieser Tage eine aktualisierte Neuauflage ihres Bestsellers "China und die Neuordnung der Welt" im Brandstätter Verlag veröffentlicht.

Claudia Rapp, Byzantinistin 02 Oct 2026

Heiligenikonen, schillernde Mosaike, viel Gold und üppig dekorierte Kirchen - das verbinden wahrscheinlich viele mit dem Namen Byzanz. 1000 Jahre bestand das byzantinische Kaiserreich, für das Leben seiner Bewohnerinnen und Bewohner abseits des Kaiserhofs interessiert sich Claudia Rapp. Schon in der Schule begeisterte sie sich für alt-Griechisch und die Geschichte Ostroms. Nach fast zwei Jahrzehnten Forschung und Lehre in den USA kam Claudia Rapp 2011 als Professorin für Byzantinistik an die Universität Wien. Wien ist für sie das „Schlaraffenland“ ihres Forschungsgebiets: Wegen des wissenschaftlichen Umfelds einerseits, und wegen des riesigen Schatzes an alten Handschriften in der Nationalbibliothek andererseits. Birgit Dalheimer hat mit ihr über das Leben im byzantinischen Kaiserreich gesprochen, über Verbrüderungsrituale, die Rolle von Frauen, über alte Sprachen und Schriften, die mit modernsten Methoden untersucht werden.

Mazda Memarsadeghi, iranischer Arzt 25 Sep 2026

Mazda Memarsadeghi,1967 im Iran geboren, wurde er mit 16 Jahren gemeinsam mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder nach Wien geschickt, um nicht „Kanonenfutter“ zu werden. Die Zeit in Österreich sollte eine kurze sein, doch der Irak-Iran-Krieg zog sich von 1980 bis 1988. „Wir mussten schwimmen lernen im Ozean“, nennt Mazda Memarsadeghi diese Zeit heute. Radiologe wollte er werden, „um das Unsichtbare sichtbar zu machen“. Nun arbeitet er als Standortleiter eines Radiologieinstituts in St. Gallen. Seit 2012 lebt Mazda Memarsadeghi mit seiner Frau und den gemeinsamen beiden Kindern in der Schweiz. Und er lebt mit seiner Familie in Teheran mit; sein Bruder ist zurückgekehrt, die Eltern sind geblieben. Es ist nicht immer leicht, Kontakt zu halten. Mit ORF-Iran-Korrespondentin Rosa Lyon (mit der er seit einem Jahr regen schriftlichen Austausch führt) spricht darüber, wie die Menschen im Iran leben und was Alltag mit so viel Ungewissheit, Gewalt und Repression bedeutet.

Thaddaeus Ropac, Galerist 18 Sep 2026

"London, Paris, Salzburg, Mailand, Seoul" steht ganz oben auf der Website des Galeristen Thaddaeus Ropac. Der 66-jährige Kärntner, der mit Anfang zwanzig eine winzige Galerie in Salzburg aufgesperrt hat, zählt seit vielen Jahren zu den einflussreichsten Galeristen der Welt. Ropac vertritt globale Superstars wie Anselm Kiefer, Axel Katz oder Joan Snyder und die Nachlässe von Joseph Beuys oder Robert Rauschenberg. Aus Österreich hat er Erwin Wurm, VALIE EXPORT oder Martha Jungwirth in seinem Programm – und seit kurzem auch Florentina Holzinger. Aber was tut ein Mega-Galerist eigentlich? „Wir verkaufen nicht einfach Kunst. Wir platzieren Kunst“, hat Ropac einmal gesagt. Armin Wolf hat mit Thaddaeus Ropac darüber gesprochen, was was heißt, "Kunst zu platzieren“, wie er gute von schlechter Kunst unterscheidet, über den globalen Kunstmarkt und seine Exzesse, über die Macht von Galeristen und über sein Bild von Österreich, wo der Wahl-Pariser Ropac seit vielen Jahren nur mehr zeitweise lebt.

Thaddaeus Ropac - Langversion 18 Sep 2026

"London, Paris, Salzburg, Mailand, Seoul" steht ganz oben auf der Website des Galeristen Thaddaeus Ropac. Der 66-jährige Kärntner, der mit Anfang zwanzig eine winzige Galerie in Salzburg aufgesperrt hat, zählt seit vielen Jahren zu den einflussreichsten Galeristen der Welt. Ropac vertritt globale Superstars wie Anselm Kiefer, Axel Katz oder Joan Snyder und die Nachlässe von Joseph Beuys oder Robert Rauschenberg. Aus Österreich hat er Erwin Wurm, VALIE EXPORT oder Martha Jungwirth in seinem Programm – und seit kurzem auch Florentina Holzinger. Aber was tut ein Mega-Galerist eigentlich? „Wir verkaufen nicht einfach Kunst. Wir platzieren Kunst“, hat Ropac einmal gesagt. Armin Wolf hat mit Thaddaeus Ropac darüber gesprochen, was was heißt, "Kunst zu platzieren“, wie er gute von schlechter Kunst unterscheidet, über den globalen Kunstmarkt und seine Exzesse, über die Macht von Galeristen und über sein Bild von Österreich, wo der Wahl-Pariser Ropac seit vielen Jahren nur mehr zeitweise lebt.

Ruth Beckermann, Filmemacherin und Autorin 11 Sep 2026

Die Filmemacherin Ruth Beckermann dreht in unterschiedlichsten Kulturen und sozialen Zusammenhängen. So vielfältig die Themen ihrer Filme sind – immer interessiert sie der Blick hinter die Fassade, die Gedanken und Geschichten der Menschen, die soziale Wirklichkeit gestalten. Seit ihrem Filmdebüt „Arena“, in dem die damals 24-Jährige die Besetzung des Auslandsschlachthofes in Wien dokumentarisch verarbeitet hat, sind 21 Filme entstanden. Ruth Beckermann, die in Wien und Tel Aviv Publizistik und Kunstgeschichte, so wie in New York Fotografie studiert hat, will in ihren Dokumentarfilmen soziale Wirklichkeit nicht objektiv abbilden, sondern sie lässt ihren subjektiven Blick auf das Geschehen die Geschichten hinter den Bildern erzählen. Andreas Obrecht spricht mit ihr über ihren aktuellen Film „Wax & Gold“, in dem sie sich der äthiopischen Geschichte und Gegenwart zwischen Tradition und Modernisierung annähert. Haile Selassie, 1930 bis 1974 letzter Kaiser von Äthiopien, war für sie in ihr

Maoz Inon and Aziz Abu Sarah - Originalversion 04 Sep 2026

In January 2026, Maoz Inon and Aziz Abu Sarah carried the Olympic torch through Verona. For the first time in history, an Israeli Jew and an Israeli Palestinian did so together. It was yet another symbol created by these two men in their commitment to peace. Both have lost family members and friends in the decades-long conflict; both work in the tourism industry in Israel; and both are tireless peace activists. Together, they have written a book, The Future is Peace, which became a New York Times bestseller immediately upon its release in April of this year. For over two years now, Maoz Inon and Aziz Abu Sarah have also been spreading their message internationally on many occasions. Among other events, they spoke last July at the “Re-imagine Peace” festival in Florence, Italy. That’s where Birgit Dalheimer met them. Aziz Abu Sarah, Maoz Inon, "Der Zukunft ist Frieden. Eine palästinensisch-israelische reise durch das Heilige Land.", Verlag Altneuland

Maoz Inon und Aziz Abu Sarah, Friedensaktivisten 04 Sep 2026

Im Jänner 2026 haben Maoz Inon und Aziz Abu Sarah die olympische Fackel durch Verona getragen. Zum ersten Mal in der Geschichte haben das ein israelischer Jude und ein israelischer Palästinenser gemeinsam getan. Beide haben in dem jahrzehntealten Konflikt Familienmitglieder und Freunde verloren, beide arbeiten in der Tourismusbranche in Israel, und beide sind unermüdliche Friedensaktivisten. Gemeinsam haben sie ein Buch geschrieben, "The Future is Peace" - "Die Zukunft ist Frieden", das gleich nach Erscheinen im April dieses Jahres zum New York Times Bestseller wurde. Seit gut zwei Jahren verbreiten Maoz Inon und Aziz Abu Sarah ihre Botschaft auch bei vielen Gelegenheiten international. Unter anderem vergangenen Juli beim Festival "Re-imagine Peace" in Florenz in Italien. Dort hat Birgit Dalheimer sie zum Gespräch getroffen. Aziz Abu Sarah, Maoz Inon, "Der Zukunft ist Frieden. Eine palästinensisch-israelische reise durch das Heilige Land.", Verlag Altneuland

Krisztina Rozgonyi, Juristin und Medienwissenschaftlerin 28 Aug 2026

Wer bis zum Sommer 2026 in Ungarn das Radio eingeschaltet hat, hat vielerorts dieselben Nachrichten gehört. Die Gleichschaltung der ungarischen Medienlandschaft war eine der Folgen von 16 Jahren Viktor Orbán Regierung. Und diese hat die Medienwissenschaftlerin Krisztina Rozgonyi hautnah miterlebt. Anfang der 2000er Jahre hat sie die ungarische Medienregulierungsbehörde geleitet. Als 2010 zahlreiche Medienunternehmen umstrukturiert worden sind oder von regierungsnahen Eigentümern übernommen wurden und die Pressefreiheit sukzessive eingeschränkt wurde, hat Krisztina Rozgonyi, wie viele andere, Ungarn verlassen. Sie ist mit ihrer Familie nach Österreich ausgewandert. Die studierte Juristin ist hier nun als Wissenschaftlerin an verschiedene Institutionen tätig. Mit Mari Lang spricht sie über die Hoffnungen, die sie seit dem Machtwechsel in Ungarn für das dortige Mediensystem hegt, und welche Stolpersteine und Gefahren es beim schnellen Rückbau eines autoritären Systems geben könnte.

Engin Çatik, Schulleiter Berlin 27 Aug 2026

Vor zwei Jahren kam die Friedrich-Bergius-Schule in Berlin als „schlimmste Schule Deutschlands“ und als „Schule der Schande“ in die Schlagzeilen. Anfang 2025 bekam die Schule einen neuen Direktor: Engin Çatik. Der 40-Jährige führte die Schule bis zum Ende des vergangenen Schuljahres mit Konsequenz, Vertrauen und „zugewandter Autorität“, wie er es nennt. Das Milieu und die Probleme seiner Schülerinnen und Schüler kennt der türkischstämmige Schulleiter aus seiner eigenen Biografie – als Sohn einer alleinerziehenden Mutter und eines Vaters, der viele Jahre im Gefängnis saß. Immer wieder sagte Engin Çatik in Interviews von sich: „Ich kann Krise“. Dann wurde im Frühjahr überraschend bekannt, dass er die Bergius-Schule mit Beginn der Sommerferien schon wieder verlassen wird, um in die Berliner Schulverwaltung zu wechseln. „Die Krise ist vorüber“, sagte er dazu gegenüber Armin Wolf, der Engin Catik Ende März in der Nähe seiner Berliner Schule zum Gespräch getroffen hat. (WH von 3.4.2026)

Barbara Horejs, Archäologin 21 Aug 2026

Die antike Stadt Ephesos ist vermutlich Vielen ein Begriff. Nicht ganz so bekannt ist eine deutlich ältere Siedlung im Süden von Ephesos. Schon vor über 8000 Jahren haben dort Menschen in Häusern gelebt. Ans Tageslicht gebracht hat das alles die Archäologin Barbara Horejs mit ihrem Team in den letzten knapp 20 Jahren. Barbara Horejs leitet das Archäologische Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, sie ist Spezialistin für die frühe Besiedlungsgeschichte des fruchtbaren Halbmonds, also jener Länder in Südwestasien, die auf der Landkarte zusammen die Form eines Halbmonds einnehmen. Dieser fruchtbare Halbmond gilt als die Wiege der Landwirtschaft in unseren Breiten. Im Gespräch mit Birgit Dalheimer geht es um den Beginn der Sesshaftwerdung, darum, wie sich diese Lebensweise aus dem Osten kommend über Europa verbreitet hat, um Grabungsglück, neue Funde, die alte Erkenntnisse auf den Kopf stellen, und um die Vergangenheit als Spiegel für die Gegenwart. (WH v. 12.12.2025)

Barbara Horejs - Langversion 21 Aug 2026

Die antike Stadt Ephesos ist vermutlich Vielen ein Begriff. Nicht ganz so bekannt ist eine deutlich ältere Siedlung im Süden von Ephesos. Schon vor über 8000 Jahren haben dort Menschen in Häusern gelebt. Ans Tageslicht gebracht hat das alles die Archäologin Barbara Horejs mit ihrem Team in den letzten knapp 20 Jahren. Barbara Horejs leitet das Archäologische Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, sie ist Spezialistin für die frühe Besiedlungsgeschichte des fruchtbaren Halbmonds, also jener Länder in Südwestasien, die auf der Landkarte zusammen die Form eines Halbmonds einnehmen. Dieser fruchtbare Halbmond gilt als die Wiege der Landwirtschaft in unseren Breiten. Im Gespräch mit Birgit Dalheimer geht es um den Beginn der Sesshaftwerdung, darum, wie sich diese Lebensweise aus dem Osten kommend über Europa verbreitet hat, um Grabungsglück, neue Funde, die alte Erkenntnisse auf den Kopf stellen, und um die Vergangenheit als Spiegel für die Gegenwart. (WH v. 12.12.2025)

Yoko Tawada, japanisch-deutsche Schriftstellerin und Sprachkünstlerin 14 Aug 2026

„Yoko Tawada beschreibt die Welt so, wie sie aussähe, könnte man gleichzeitig träumen und hellwach sein“, hat eine Rezensentin über die japanisch-deutsche Schriftstellerin gesagt. Alles scheint in Tawadas Büchern möglich: Da wird eine Liebesgeschichte aus der Perspektive von Gegenständen erzählt; eine Frau verwandelt sich in ein Schuppentier und reist durch Traumsequenzen; oder drei Eisbären erzählen ihre Geschichte von Emigration und Wanderschaft, einer davon der Berliner Zoobär Knut. Mit Humor, genauem Blick, leichtfüßig kommen Tawadas Erzählungen, Romane, Gedichte, Hörspiele und Theaterstücke daher, und behandeln doch gewichtige Themen wie Fremdheit, Identität, Sprache oder die Reaktorkatastrophe von Fukushima. Yoko Tawada, geboren 1960 in Tokyo, reiste in jungen Jahren nach Europa – und blieb. Erst in Hamburg, dann in Berlin, wo sie bis jetzt lebt und arbeitet. Dort hat Judith Brandner, selbst Japanologin und Japankennerin, sie zum Gespräch getroffen. (WH von 19.12.2025)

Sonia Kleindorfer - Langversion 13 Aug 2026

Als junge Verhaltensforscherin war Sonia Kleindorfer unter anderem in Tansania unterwegs, wo sie mit der berühmten Schimpansen-Forscherin Jane Goodall gearbeitet hat. Ihr eigenes Spezialgebiet wurde das Verhalten von Vögeln. Die 1966 in Philadelphia in den USA geborene Sonia Kleindorfer kam zum Zoologie-Studium nach Wien. Auf Galapagos erforscht sie die berühmten Darwin-Finken. In Australien hat sie knapp 20 Jahre an der Flinders University gearbeitet. Seit 2018 ist sie zurück in Österreich. Ob auf den streng geschützten Galapagos-Inseln, in der landwirtschaftlich genutzten Gegend rund um Grünau im Almtal oder in den trockenen Buschregionen Südaustraliens: In all ihren Forschungsstationen interessiert sich Sonia Kleindorfer nicht nur für das Verhalten der Tiere, sondern auch die Bedingungen des Zusammenlebens zwischen Tier und Mensch. Im Gespräch mit Birgit Dalheimer erzählt sie auch davon was man vom Verhalten der Tiere auch über den Menschen lernen kann. (WH von 24.4.2026)

Sonia Kleindorfer, Vogelexpertin und Verhaltensbiologin 13 Aug 2026

Als junge Verhaltensforscherin war Sonia Kleindorfer unter anderem in Tansania unterwegs, wo sie mit der berühmten Schimpansen-Forscherin Jane Goodall gearbeitet hat. Ihr eigenes Spezialgebiet wurde das Verhalten von Vögeln. Die 1966 in Philadelphia in den USA geborene Sonia Kleindorfer kam zum Zoologie-Studium nach Wien. Auf Galapagos erforscht sie die berühmten Darwin-Finken. In Australien hat sie knapp 20 Jahre an der Flinders University gearbeitet. Seit 2018 ist sie zurück in Österreich. Ob auf den streng geschützten Galapagos-Inseln, in der landwirtschaftlich genutzten Gegend rund um Grünau im Almtal oder in den trockenen Buschregionen Südaustraliens: In all ihren Forschungsstationen interessiert sich Sonia Kleindorfer nicht nur für das Verhalten der Tiere, sondern auch die Bedingungen des Zusammenlebens zwischen Tier und Mensch. Im Gespräch mit Birgit Dalheimer erzählt sie auch davon was man vom Verhalten der Tiere auch über den Menschen lernen kann. (WH von 24.4.2026)

Peter Strasser, Philosoph 07 Aug 2026

Als Kind hörte der Philosoph Peter Strasser oft: “Der Bub hat ungesunde Gedanken, der Bub beschäftigt sich mit komischen Fragen …“ Der erste Gedanke des Buben, wenn er morgens aufwachte, war tatsächlich, dass er einmal sterben, der zweite, dass das noch lange nicht der Fall sein wird. Dann bekam er Tuberkulose und musste noch vor der Volksschule für fast zwei Jahre in eine Lungenheilanstalt. Heute meint Peter Strasser, dass das Gefühl der Fremdheit in der Welt, das ihn auch philosophisch inspiriert, mit diesen frühen Kindheitserlebnissen zu tun hat. Seit seiner Emeritierung 2015 schreibt Peter Strasser ein Buch nach dem anderen, immer geht es um zentrale metaphysische Konzepte: Seele, Ganzheit, Ewigkeit, Sinn, Existenz, Apokalypse etc. „Die Philosophie hat zweifellos eine gesellschaftliche Verantwortung“ erklärt er im Gespräch mit Andreas Obrecht. Als Philosoph sei es Pflicht, das Böse, egal in welcher Erscheinung auch immer, gezielt zu bekämpfen. (WH von 27.2.2026)

Monika Helfer - in memoriam 07 Aug 2026

50 Jahre lang musste die Vorarlberger Schriftstellerin Monika Helfer schreiben, bis sie ihren ersten internationalen Bestseller landete. Am 2. August ist sie im Alter von 78 Jahren an den Folgen eines Sturzes verstorben. In ihrem Roman "Die Bagage", Buch des Jahres 2020, erzählte die Autorin von einer Keuschlerfamilie im Bregenzerwald zur Zeit des ersten Weltkrieges. Es ist die literarische Aufarbeitung ihrer eigenen Herkunft. Monika Helfer wurde 1947 in Au im Bregenzerwald geboren. Mit 12 Jahren fing sie an zu schreiben. Auch in ihrem 2021 erschienenen Roman "Vati" untersuchte Monika Helfer ein Stück Familiengeschichte und kam zu dem Schluss: "Ja, alles ist gut geworden. Auf eine bösartige Weise ist alles gut geworden." Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz erzählte Monika Helfer im Februar 2021 von ihrer Familiengeschichte und den Folgen des späten literarischen Erfolges, auf den sie schon gar nicht mehr zu hoffen gewagt hatte.

Kristina Lunz, feministische Außenpolitik 06 Aug 2026

So gut wie jede Frau, die im Internet unterwegs ist, erlebt Momente des Hasses. Vor allem von Männern – sagt Kristina Lunz. Die deutsche feministische Aktivistin wurde schon mehrfach in ihrem Leben Opfer von Online-Gewalt. Etwa als sie 2014 eine erfolgreiche Kampagne gegen die sexualisierte Darstellung von Frauen in der Boulevardzeitung „Bild“ startete. Und zuletzt im vergangenen Jahr nach einer Pressekonferenz zum Thema „Femizide und Abtreibungen“. Der Hass im Netz hat Kristina Lunz, Jahrgang 1989, Studium der Diplomatie, u.a. in Oxford, zu einem einschneidenden Schnitt in ihrer Karriere bewogen: Sie hat sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und das von ihr mitgegründete „Center for feminist foreign policy“ geschlossen. Mari Lang hat mit Kristina Lunz darüber gesprochen, warum das Internet vor allem für Frauen ein gefährlicher Ort ist, und weshalb es gerade heute in der Außenpolitik einen feministischen Blick braucht. (WH von 22.1.2026)

Bernhard Pörksen, Medienwissenschaftler und Autor 31 Jul 2026

"Wir hören, was wir fühlen.", ist Bernhard Pörksen überzeugt. Damit meint er nicht, dass man nur zu hören vermag, was man selbst erlebt hat, aber, dass das Selbstdurchlebte eine Person feinfühliger werden lässt, offener, resonanzfähiger. Bernhard Pörksen, Jahrgang 1969, studierte in Hamburg und ist heute Professor an der Universität Tübingen. Seine Themen sind seit langem schon Kommunikation, Feindbilder, Desinformation, die Dynamik öffentlicher Empörungsreflexe und Medienskandale im Zeitalter der Digitalisierung. In seinem 2018 erschienenen Buch "Die große Gereiztheit" hat er die verbreitete Medienmüdigkeit seziert und beschrieben, weshalb Empörung so oft reizvoller ist als Sachlichkeit oder respektvolle Auseinandersetzung. Gleichzeitig ist sein Interesse am Zuhören gewachsen. Im Gespräch mit Birgit Dalheimer bezeichnete er das Zuhören als "stille Supermacht der Kommunikation". (WH von 2.1.2026)

Bernhard Pörksen - Langversion 31 Jul 2026

"Wir hören, was wir fühlen.", ist Bernhard Pörksen überzeugt. Damit meint er nicht, dass man nur zu hören vermag, was man selbst erlebt hat, aber, dass das Selbstdurchlebte eine Person feinfühliger werden lässt, offener, resonanzfähiger. Bernhard Pörksen, Jahrgang 1969, studierte in Hamburg und ist heute Professor an der Universität Tübingen. Seine Themen sind seit langem schon Kommunikation, Feindbilder, Desinformation, die Dynamik öffentlicher Empörungsreflexe und Medienskandale im Zeitalter der Digitalisierung. In seinem 2018 erschienenen Buch "Die große Gereiztheit" hat er die verbreitete Medienmüdigkeit seziert und beschrieben, weshalb Empörung so oft reizvoller ist als Sachlichkeit oder respektvolle Auseinandersetzung. Gleichzeitig ist sein Interesse am Zuhören gewachsen. Im Gespräch mit Birgit Dalheimer bezeichnete er das Zuhören als "stille Supermacht der Kommunikation". (WH von 2.1.2026)

Carmen Possnig, ESA-Ersatzastronautin und Medizinerin 30 Jul 2026

Carmen Possnig ist junge Ärztin im AKH Wien, als sie sich bei der ESA um einen ziemlich unkonventionellen Job bewirbt: Gesucht wird eine Forschungsärztin, die bereit ist, in den Jahren 2017/2018 insgesamt 13 Monate auf der Forschungsstation Concordia in der Antarktis zuzubringen und wissenschaftlich zu arbeiten. Neun dieser 13 Monate mit 12 anderen Crew-Mitgliedern in völliger Isolation, davon die halbe Zeit ohne Sonne und bei minus 80 Grad. Dieses Abenteuer wird ihr gesamtes Leben und auch ihre ärztliche Karriere grundlegend verändern. Kurz danach bewirbt sich Carmen Possnig abermals: Nach eineinhalb Jahren eines sehr anspruchsvollen Aufnahmeverfahrens geht ihr Kindheitstraum tatsächlich in Erfüllung, sie wird Reserveastronautin bei der ESA. Mit einem Zitat aus Carmen Possnigs Buch „Südlich vom Ende der Welt. Wo die Nacht vier Monate dauert und ein warmer Tag minus 50 Grad hat“ beginnt Andreas Obrecht sein Gespräch mit ihr. (WH von 27.3.2026)

Marco Wanda, Musiker, Bandleader und Autor 24 Jul 2026

Marco Wanda wurde als Gründer, Sänger und Songwriter der Wiener Rock'n Roll-Band Wanda berühmt. Ab 2015 hat die Band mit ihren ersten beiden Alben Amore und Bussi eine riesige Begeisterungswelle im gesamten deutschen Sprachraum ausgelöst. Marco Wanda heißt eigentlich Michael Marco Fitzthum und wurde 1987 als Sohn eines österreichischen Journalisten und einer deutschen Psychologin in Wien geboren. An der Universität für Angewandte Kunst studierte er bei Robert Schindel Sprachkunst. Im August 2025 erschien bei Zsolnay sein erstes Buch. "Dass es uns überhaupt gegeben hat" ist eine literarisch ambitionierte Wanda-Biografie und ein sehr offener Bericht von Rausch und Ruhm, von Freundschaft, Krisen und Tod. Über all das, über die Musikindustrie, über „me too“ und über Politik hat Armin Wolf zu Beginn dieses Jahres mit Marco Wanda gesprochen. (WH von 9.1.2026)

Marco Wanda - Langversion 24 Jul 2026

Marco Wanda wurde als Gründer, Sänger und Songwriter der Wiener Rock'n Roll-Band Wanda berühmt. Ab 2015 hat die Band mit ihren ersten beiden Alben Amore und Bussi eine riesige Begeisterungswelle im gesamten deutschen Sprachraum ausgelöst. Marco Wanda heißt eigentlich Michael Marco Fitzthum und wurde 1987 als Sohn eines österreichischen Journalisten und einer deutschen Psychologin in Wien geboren. An der Universität für Angewandte Kunst studierte er bei Robert Schindel Sprachkunst. Im August 2025 erschien bei Zsolnay sein erstes Buch. "Dass es uns überhaupt gegeben hat" ist eine literarisch ambitionierte Wanda-Biografie und ein sehr offener Bericht von Rausch und Ruhm, von Freundschaft, Krisen und Tod. Über all das, über die Musikindustrie, über „me too“ und über Politik hat Armin Wolf zu Beginn dieses Jahres mit Marco Wanda gesprochen. (WH von 9.1.2026)

Didier Queloz - Originalversion 17 Jul 2026

Mit der Faszination für die unendlichen Weiten des Alls beginnen wir heute die diesjährigen Sommerreprisen von Im Gespräch: Vor 30 Jahren ist es dem damals jungen Schweizer Didier Queloz als Erstem gelungen, einen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nachzuweisen. Das war eine Revolution, für die der Astrophysiker 2019 den Nobelpreis erhalten hat. 2012 hat Didier Queloz die erste Weltraummission der Schweiz in Zusammenarbeit mit der Europäischen Raumfahrtagentur ESA initiiert, die CHEOPS-Mission. An dieser arbeitet auch ein österreichisches Forschungsinstitut mit, und so war Didier Queloz im Herbst 2025 zu Gast in Graz. Dort hat Birgit Dalheimer ihn zum Gespräch getroffen, über ferne Planeten, die Leiden junger Physiker, die fragliche Sinnhaftigkeit der Suche nach dem Planeten B und die Möglichkeit von Leben im All. (WH von 14.11.2025)

Didier Queloz, Astrophysiker und Nobelpreisträger 17 Jul 2026

Mit der Faszination für die unendlichen Weiten des Alls beginnen wir heute die diesjährigen Sommerreprisen von Im Gespräch: Vor 30 Jahren ist es dem damals jungen Schweizer Didier Queloz als Erstem gelungen, einen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nachzuweisen. Das war eine Revolution, für die der Astrophysiker 2019 den Nobelpreis erhalten hat. 2012 hat Didier Queloz die erste Weltraummission der Schweiz in Zusammenarbeit mit der Europäischen Raumfahrtagentur ESA initiiert, die CHEOPS-Mission. An dieser arbeitet auch ein österreichisches Forschungsinstitut mit, und so war Didier Queloz im Herbst 2025 zu Gast in Graz. Dort hat Birgit Dalheimer ihn zum Gespräch getroffen, über ferne Planeten, die Leiden junger Physiker, die fragliche Sinnhaftigkeit der Suche nach dem Planeten B und die Möglichkeit von Leben im All. (WH von 14.11.2025)

Helga Rabl-Stadler - Langversion 10 Jul 2026

Helga Rabl-Stadler war in vielem die Erste. Sie war die erste Präsidentin der Salzburger Festspiele - und das mehr als ein Vierteljahrhundert lang. Jahrzehnte zuvor war sie als Journalistin die erste innenpolitische Kolumnistin des Landes und später als Unternehmerin die erste Präsidentin einer Handelskammer. Heute ist die gerade 78 Jahre alt gewordene Juristin offiziell im Ruhestand, tatsächlich aber höchstaktiv - unter anderem beim Aufbau eines Stefan Zweig-Zentrums in Salzburg, ihrem neuen Herzensprojekt. Die Tochter des legendären ORF-Generalintendanten Gerd Bacher, die erst an ihrem 21. Geburtstag von ihrem leiblichen Vater erfuhr, hat in ihrer Biografie Journalismus, Politik, Unternehmertum und Kultur miteinander verbunden, wie niemand sonst. Armin Wolf spricht mit Helga Rabl-Stadler über die Suspendierung ihres Freundes Markus Hinterhäuser und dessen Nachfolgerin Karin Bergmann; über Frauen, die nach Männern aufräumen müssen; über Feminismus, Politik, Medien und Eitelkeit.

Helga Rabl-Stadler, ehemalige Festpielpräsidentin, Politikerin, Unternehmerin 10 Jul 2026

Helga Rabl-Stadler war in vielem die Erste. Sie war die erste Präsidentin der Salzburger Festspiele - und das mehr als ein Vierteljahrhundert lang. Jahrzehnte zuvor war sie als Journalistin die erste innenpolitische Kolumnistin des Landes und später als Unternehmerin die erste Präsidentin einer Handelskammer. Heute ist die gerade 78 Jahre alt gewordene Juristin offiziell im Ruhestand, tatsächlich aber höchstaktiv - unter anderem beim Aufbau eines Stefan Zweig-Zentrums in Salzburg, ihrem neuen Herzensprojekt. Die Tochter des legendären ORF-Generalintendanten Gerd Bacher, die erst an ihrem 21. Geburtstag von ihrem leiblichen Vater erfuhr, hat in ihrer Biografie Journalismus, Politik, Unternehmertum und Kultur miteinander verbunden, wie niemand sonst. Armin Wolf spricht mit Helga Rabl-Stadler über die Suspendierung ihres Freundes Markus Hinterhäuser und dessen Nachfolgerin Karin Bergmann; über Frauen, die nach Männern aufräumen müssen; über Feminismus, Politik, Medien und Eitelkeit.

Sven Beckert, Historiker 03 Jul 2026

Wann und wo ist der Kapitalismus entstanden? Dieser Frage geht der Historiker Sven Beckert seit vielen Jahren und rund um die Welt nach. Kapitalismus, das beschreibt er ohne allzu enge Definition ganz grundsätzlich als ein Wirtschaftssystem, bei dem privates Kapital investiert wird, um mehr Kapital zu erzeugen. Und als System, das nie ein rein ökonomsiches war. Kapitalismus war immer auch ein politisches und soziales Projekt, das sich ohne Staat und Staatsgewalt niemals hätte durchsetzen können, wie Sven Beckert zuletzt in seinem Ende 2025 erschienenen Buch "Kapitalismus. Die Geschichte einer Weltrevolution." darlegt. Der gebürtige Deutsche Sven Beckert lebt seit gut 30 Jahren in den USA, er ist Professor für Geschichte an der Harvard Universität. Birgit Dalheimer hat mit ihm u.a. über die Anfänge des Kapitalismus im arabischen Raum gesprochen, über die Kapitalisierung der Landwirtschaft auf Barbados, über Kriegskapitalismus und über die Frage, ob der Kapitalismus dogmatisch ist.

Heinz Bachmann, Bruder und Nachlassverwalter Ingeborg Bachmanns 02 Jul 2026

„Dass sie dieses Jahr 100 Jahre alt wird, erscheint eher unglaublich, denn ich sehe sie heute aus meiner Perspektive, als alter Mann, fast als junges Mädchen“, sagt Heinz Bachmann, Bruder von Ingeborg Bachmann und Verwalter ihres Nachlasses. Der 1939 geborene Geophysiker wuchs mit seiner um 13 Jahre älteren Schwester Ingeborg in Kärnten auf. Trotz seiner internationalen Karriere in der Öl- und Gasexploration blieb die Verbindung zu ihr zeitlebens eng. Seit 1995 lebt Heinz Bachmann in England, nahe Oxford. Mit dem 2023 erschienenen Erinnerungsbuch „Ingeborg Bachmann, meine Schwester“ zeichnete Heinz Bachmann ein sehr persönliches Bild der Schriftstellerin und zeigt sie auch als lebensfrohe und der Familie zugewandte Person. Julia Zarbach hat mit Heinz Bachmann über die Beziehung zu seiner Schwester gesprochen, über ihren literarischen Nachlass, über die öffentliche und die private Person Ingeborg Bachmann, ihre Rezeption und ihren Mythos.

Ivan Krastev - Originalversion 19 Jun 2026

He is regarded as one of the most original interpreters of contemporary world affairs. He advises heads of states and governments across Europe, has met Vladimir Putin, writes regular columns for the Financial Times and the New York Times, and is the author of internationally acclaimed books and essays. The political scientist Ivan Krastev was born in Bulgaria in 1965 and has lived in Vienna for many years. He is a permanent Fellow at the Institute for Human Sciences, where he is currently serving as interim rector. He was one of the founding members of the European Council on Foreign Relations and chairs the Centre for Liberal Stategies in Sofia. Armin Wolf sat down with Ivan Krastev to discuss the war in Ukaine, Putin, Trump, demography, politics as a delivery service and the future of liberal democracy.

Ivan Krastev, Politologe 19 Jun 2026

Er gilt als einer der originellsten Analytiker der aktuellen Weltpolitik. Er berät Staats- und Regierungschefs in ganz Europa, kennt Wladimir Putin: Ivan Krastev ist Politikwissenschafter, wurde 1965 in Bulgarien geboren und lebt seit vielen Jahren in Wien. Er arbeitet hier als Permanent Fellow am IWM, dem Institut für die Wissenschaft vom Menschen, das er derzeit auch interimistisch leitet. Das renommierte European Council on Foreign Relations hat er mitgegründet. Seine Bücher „Europadämmerung“ und „Das Licht, das erlosch“ waren internationale Bestseller. Ivan Krastev ist davon überzeugt, dass die Weltordnung des 20. Jahrhunderts nicht mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 zu Ende ging, sondern mit dem russischen Überfall auf die Ukraine und der Rückkehr des Krieges nach Europa. Armin Wolf hat mit ihm über den Ukraine-Krieg gesprochen, über Donald Trump, über Politik als Zustelldienst, Unsterblichkeit und über die Zukunft der liberalen Demokratie.

Werner Zips, Ethnologe und Dokumentarfilmer 12 Jun 2026

Werner Zips ist 1958 in Wien im Sternzeichen des Löwen geboren worden, sein Vater hat ihm als Kind Löwengeschichten erzählt, die Rasta-Bewegung in der Karibik beruft sich als zentrales mythisches Symbol auf den „Löwen Zions“ und in seinen Dokumentarfilmen, die vor allem die Beziehungen und Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren behandeln, spielen die Löwen eine herausragende Rolle. 33 Jahre lang lehrte der Rechtsanthropologe und Sozial- und Kulturanthropologe an der Universität Wien und unternahm zahlreiche Forschungsreisen rund um die Welt. Ab den 1990er Jahren machte er außerdem Dutzende ethnografische Filme, Fernseh-Dokumentationen und TV-Berichte. Im Gespräch mit Andreas Obrecht legt Werner Zips dar, wie rechtsanthropologische und öko-soziale Fragestellungen für sein ganzes Forscher-, Filmer- und Abenteurerleben von zentraler Bedeutung waren, was er im Zusammenleben mit den Rastafaris in Jamaika erfahren hat und wie er die Debatten um „kulturelle Aneignung“ sieht.

Angela Stöger - Langversion 29 May 2026

Trompeten, Grollen, Schnurren, Summen - was wollen Tiere sagen? Das untersucht Angela Stöger seit einem Vierteljahrhundert. Insbesondere Elefanten interessieren die Zoologin, seit sie 2001 am ersten im Wiener Zoo Schönbrunn geborenen Elefantenkalb ihre Forscherinnenkarriere begonnen hat. 2024 erschien ihr Buch "Elefanten: Ihre Weisheit, ihre Sprache und ihr soziales Miteinander", Angela Stögers Arbeit mit den Dickhäutern hat unser Verständnis davon, wie diese Tiere kommunizieren, grundlegend verändert. Heute untersucht ihre Arbeitsgruppe auch die Kommunikation von Geparden, Löwen, Giraffen, Bären und afrikanischen Windhunden. Beim Festival "Stimmen der Wildnis" Ende April in St. Pölten hat Birgit Dalheimer mit Angela Stöger vor Publikum gesprochen: über ihre Arbeit in Österreich und in vielen Ländern Afrikas, über die Bedeutung der Klänge der Natur für sie, über das Tier-Mensch-Verhältnis und darüber, wie sie mit ihrer Forschung die Tiere in freier Wildbahn schützen kann.

Angela Stöger, Verhaltensbiologin und Tierstimmen-Expertin 29 May 2026

Trompeten, Grollen, Schnurren, Summen - was wollen Tiere sagen? Das untersucht Angela Stöger seit einem Vierteljahrhundert. Insbesondere Elefanten interessieren die Zoologin, seit sie 2001 am ersten im Wiener Zoo Schönbrunn geborenen Elefantenkalb ihre Forscherinnenkarriere begonnen hat. 2024 erschien ihr Buch "Elefanten: Ihre Weisheit, ihre Sprache und ihr soziales Miteinander", Angela Stögers Arbeit mit den Dickhäutern hat unser Verständnis davon, wie diese Tiere kommunizieren, grundlegend verändert. Heute untersucht ihre Arbeitsgruppe auch die Kommunikation von Geparden, Löwen, Giraffen, Bären und afrikanischen Windhunden. Beim Festival "Stimmen der Wildnis" Ende April in St. Pölten hat Birgit Dalheimer mit Angela Stöger vor Publikum gesprochen: über ihre Arbeit in Österreich und in vielen Ländern Afrikas, über die Bedeutung der Klänge der Natur für sie, über das Tier-Mensch-Verhältnis und darüber, wie sie mit ihrer Forschung die Tiere in freier Wildbahn schützen kann.

Andrea Kdolsky, Ärztin und frühere Gesundheitsministerin 22 May 2026

Anfang Oktober 2024 bekam die Ärztin und frühere Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky die Diagnose Darmkrebs. Ein Jahr später wurde ein Hirntumor entdeckt. Sie wurde operiert, begann mit einer Chemotherapie und machte ihre Krebserkrankung auf Social Media und in Interviews öffentlich. Die 1962 geborene Wienerin ist Fachärztin für Anästhesie und Intensivmdeizin. Mit Anfang 40 übernahm sie die Geschäftsführung der niederösterreichischen Landeskliniken. 2007 wurde Kdolsky Bundesministerin für Gesundheit und Familie. Ihre Amtszeit endete nach knapp zwei Jahren mit dem Bruch der Koalition. Seither leitete Andrea Kdolsky u.a. die Gesundheitssparte einer großen Unternehmensberatung und arbeitete wieder als Ärztin. Regelmäßig macht sie Vorschläge zur Gesundheitsreform - auch für die Neos, seit sie wegen der schwarz-blauen Koalition in NÖ ihre ÖVP-Mitgliedschaft zurückgelegt hat. Mit Armin Wolf spricht Andrea Kdolsky über ihre Erfahrungen als Patientin, Ärztin und Gesundheitspolitikerin.

Misha Glenny - Langversion 15 May 2026

Sechs Staaten auf dem Balkan gelten, teils seit über 20 Jahren, als Beitrittskandidaten der EU. Einer, der diese Staaten seit den 1980er Jahren bereist, ist der Historiker, Autor und Journalist Misha Glenny. Zu Beginn seiner Erkundungen des Balkans gehörten fünf dieser Staaten noch zu einem Land, nämlich Jugoslawien, und Albanien galt als das isolierteste Land der Welt. Der 1958 in London geborene Brite Misha Glenny ist seit vielen Jahren einer der profiliertesten Südosteuropa-Kenner. Über den Westbalkan, darüber, wie sich diese sechs Staaten in den vergangenen drei Jahrzehnten entwickelt haben und wie es ihnen heute geht, an welchen Scheidewegen sie angelangt sind, hat Birgit Dalheimer am 8. Mai vor Publikum im Wiener Ringturm mit ihm gesprochen.

Misha Glenny, Historiker, Journalist, Balkan-Experte 15 May 2026

Sechs Staaten auf dem Balkan gelten, teils seit über 20 Jahren, als Beitrittskandidaten der EU. Einer, der diese Staaten seit den 1980er Jahren bereist, ist der Historiker, Autor und Journalist Misha Glenny. Zu Beginn seiner Erkundungen des Balkans gehörten fünf dieser Staaten noch zu einem Land, nämlich Jugoslawien, und Albanien galt als das isolierteste Land der Welt. Der 1958 in London geborene Brite Misha Glenny ist seit vielen Jahren einer der profiliertesten Südosteuropa-Kenner. Über den Westbalkan, darüber, wie sich diese sechs Staaten in den vergangenen drei Jahrzehnten entwickelt haben und wie es ihnen heute geht, an welchen Scheidewegen sie angelangt sind, hat Birgit Dalheimer am 8. Mai vor Publikum im Wiener Ringturm mit ihm gesprochen.

Marianne Schulze, Menschenrechtsexpertin 08 May 2026

Unsere Welt wird derzeit von so vielen Kriegen und bewaffneten Konflikten geprägt, wie seit Ende des 2. Weltkriegs nicht mehr. Zu diesem Ergebnis ist 2025 eine Studie des Osloer Friedensforschungsinstituts gekommen. Mit dem Ende des 2. Weltkriegs ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von den Vereinten Nationen verabschiedet worden. Wie steht es derzeit um die Menschenrechte? Wie ist die Situation in Österreich? Und was braucht es, damit Menschenrechte, die zwar in internationalen Verträgen festgeschrieben sind, auch im Alltag wirksam werden? U.a. diese Fragen beantwortet die österreichische Menschenrechtsexpertin Marianne Schulze, die seit über 20 Jahren international tätig ist und sich vor allem für die Rechte von Menschen mit Behinderungen stark gemacht hat. Im Gespräch mit Mari Lang erzählt sie außerdem, was ihre Familiengeschichte und die Ermordung ihres jüdischen Urgroßvaters im Euthanasieprogramm der Nazis mit ihrem Engagement für Menschenrechtre zu tun hat.

Mirjam Zadoff, Historikerin und Schriftstellerin 07 May 2026

Wie gehen wir mit destruktiven, gewalttätigen Ereignissen, mit geopolitischen Verwerfungen, den neuen Krisen und Kriegen um – ohne zynisch zu werden oder uns gänzlich abzuwenden? Die Historikerin Mirjam Zadoff hat dazu ein Buch mit dem Titel „Wie wir überwintern“ geschrieben – teils Selbsttherapie, teils Analyse und Mutmacher. 1974 in Innsbruck geboren, studierte Mirjam Zadoff Geschichte und Judaistik in Wien und München. Seit 2019 leitet sie das NS-Dokumentationszentrum in München. Jede Alltagshandlung, sofern sie bewusst gesetzt wird, kann politische Bedeutung erlangen. Autoritäre Bewegungen wollen uns Menschen entmachten, uns entmündigen – schon Hannah Arendt schrieb dazu, dass dies umso leichter gelingt, je einsamer wir sind. Gemeinsam müssen wir dagegenhalten, neue Türen wollen geöffnet sein, im gemeinsamen Feiern aber auch Trauern rücken wir zueinander und schaffen Räume der Zuversicht, meint Mirjam Zadoff im Gespräch mit Andreas Orbecht.

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